Der Schall (Musik, Stimmen, Geräusche) wird von der Ohrmuschel (1) wie ein Trichter aufgefangen und über den Gehörgang (2) zum Trommelfell (3) weitergeleitet. Von dort werden die Schwingungen über die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel (4) verstärkt und auf das ovale Fenster (5) übertragen. Dahinter liegt die mit Flüssigkeit gefüllte etwa erbsengroße Hörschnecke (6), das eigentlichen Hörorgan, mit ihren rund 25.000 Helfern, den Haarsinneszellen. Ihre feinen Sinneshärchen werden durch die ankommenden Schwingungen gebogen und selbst zu Schwingungen angeregt, wobei die mechanischen Reize in biochemische Nervenimpulse umgewandelt werden.
Über den Hörnerv (7) gelangen die Nervensignale in das Gehirn. Dort werden sie verarbeitet und z.B. als Melodie, Gefahrensignal oder Stimme erkannt.
Das Innenohr

So weit, so gut - eigentlich Bio-Unterricht 7. Klasse. Wenn da nur nicht das Problem mit den Hörstörungen auf uns zukommen würde - aber dies muss nicht sein.
Was sind Hörstörungen?
Unterschieden wird zwischen Altersschwerhörigkeit und Lärmschwerhörigkeit bzw. Freizeitschwerhörigkeit. Letzteres greife ich hier auf, da sie durch eine nicht wieder umkehrbare Zerstörung der Hörsinneszellen im Innenohr entsteht. Dies ist meist ein schleichender Prozess, welcher erst nach einigen Jahren bemerkt wird.
| Häufige Disco- und Rockkonzertbesuche, lang andauerndes, zu lautes Musikhören zu Hause, zu laute Musik im Proberaum und auch laute Knalle rufen irreparable Hörschäden durch Zerstörung der Sinneszellen hervor. Der Hörverlust bei Lärmschwerhörigkeit beginnt häufig bei den Frequenzen um 4.000 Hertz. Oberhalb und unterhalb dieses Bereiches bleibt das Gehör zunächst normal. Auch das Sprachverständnis ist vorerst, außer beim Flüstern, nicht beeinträchtigt. Doch die Entwicklung bleibt bei weiterer Lärmschädigung nicht stehen: Immer mehr Frequenzbereiche fallen aus und die Verständigung wird zunehmend schwieriger. |
Tinnitus
Der Tinnitus ist eine akustische Wahrnehmung des Menschen, die zusätzlich zum Schall, der auf das Ohr wirkt, wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung beruht auf einer Störung der Hörfunktion des Menschen. Tinnitus haben - das heißt: Töne hören, die in Wirklichkeit nicht da sind! Man fasst unter anderem folgende akustischen Eindrücke unter dem Begriff Tinnitus zusammen:
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ein oder mehrere Brumm- oder Pfeiftöne
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Zischen, Rauschen, Donnern
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Zwitschern, Stimmengewirr
Auswirkungen auf das menschliche Gehör:
Lautstärke wird gemessen in dB (Dezibel). Um einen Eindruck zu bekommen, wieviel dB auf unser Bassistengehör wirken (bzw. besser nicht wirken sollten) zeigt folgende Tabelle:
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Beispiel |
dB(A)-Wert |
Warnehmung/Auswirkung |
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Düsenflugzeug |
130dB(A) |
Gehörschädigung auch nach kurzer Einwirkung |
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Presslufthammer |
120dB(A) |
SEHR SCHMERZHAFT |
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Rockband, Disco |
110dB(A) |
SCHMERZHAFT |
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frisiertes Fahrzeug |
100dB(A) |
UNERTRÄGLICH |
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Kreissäge |
90dB(A) |
UNERTRÄGLICH |
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Hochbelastete Autobahn, tags |
80dB(A) |
Gehörschädigung ab 85dB |
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Hauptverkehrsstraße, tags |
70dB(A) |
Kreislauferkrankungen |
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Hauptverkehrsstraße, nachts |
60dB(A) |
SEHR LAUT |
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Ruhige Wohnstraße, tags |
50dB(A) |
Kommunikationsstörungen |
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Ruhige Wohnstraße, nachts |
40dB(A) |
Lern- und Konzentrationsstörungen |
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Tickender Wecker |
30dB(A) |
Schlafstörungen |
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Blätterrauschen |
20dB(A) |
Leise |
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Normales Atmen |
10dB(A) |
Sehr leise |
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Null |
0dB(A) |
Ruhig bis 1dB(A) |
Als Tipp kann ich an dieser Stelle folgendes sagen: Egal wo man Musik hört, sei es in der U-Bahn mit einem MP3-Player oder sonstigem Gerät, bei einem Rock-Konzert in den ersten Reihen oder auch im Proberaum: Was mit Eurem Gehör passiert ist Eure Sache. Natürlich macht laute Musik Spaß, aber dabei sollte man immer beachten, das bei Übertreibung das eigene Gehör geschädigt werden kann. Für immer. Es ist daher völlig sinnlos, wenn Euch ein ach-so-toller-SuperAmp volle Granate die Ohrmuschel faltet, denn:
Laut kann jeder. Das ist nichts besonderes.
In dem Sinne. Wir hören uns.