Bass-Setup - Saitenlage und Oktavreinheit am E-Bass einstellen

Wartungsarbeiten am E-Bass

Es gibt Möglichkeiten, den E-Bass für die eigene Spielweise und die eigenen Anforderungen zu optimieren. Egal, ob man u.U. einen oder mehrere E-Bässe besitzt, ob man andere Saiten in anderen Saitenstärken ausprobieren möchte, oder ob man die alte Bridge gegen eine neue austauschen will: Kleine Wartungsarbeiten am E-Bass bzw. kleine Anpassungen dienen dazu, der eigenen Spieltechnik und dem eigenen Spielfluss entgegenzukommen. Desweiteren dienen diese Wartungsarbeiten auch dazu, den eigenen Klangvorstellungen möglichst nahe zu kommen. Dabei werden meist unterschiedliche Begriffe benutzt, bei deren Umsetzung ein bißchen Werkzeug aus dem Zubehör-Koffer zum Einsatz kommt.

Was ist die Saitenlage?

Die Saitenlage bezeichnet den Abstand der Saiten zum Griffbrett. Jeder Bassist hat eine für sich optimale Saitenlage, die stark von der Spielweise und auch der Spieltechnik bzw. vom gewünschten Klang abhängt. Eine generelle Angabe gibt es nicht. Es geht immer um die Annäherung an das persönliche Optimum. Justiert wird die Saitenlage mit einem Inbus-Schlüssel.

 

hohe Saitenlage

Eine hohe Saitenlage ist u.U. besser für Bassisten, die mit der rechten Hand mehr Kraft auf die Saiten bringen wollen um einen fetteren, wärmeren Klang zu erzeugen, allerdings wird dann zwangsläufig auch in der linken Hand mehr Kraft benötigt, um die Saiten auch sauber auf das Griffbrett zu bekommen. Also ist Kraft und Kondition gefragt.

 

niedrige Saitenlage

Eine niedrige Saitenlage erfordert weniger Kraft, sowohl in der linken als auch in der rechten Hand, hat aber den Nachteil, das die Saiten relativ schnell auf dem Griffbrett 'scheppern' oder andere Klappergeräusche entstehen. Weniger kraftaufwendig, Vielslapper haben meist ein recht niedrige Saitenlage am Bass eingestellt, allerdings ist die Saitenlage immer anders eingestellt und wird von Bassist zu Bassist unterschiedlich "niedrig" oder "hoch" empfunden.

 

Die optimale Saitenlage finden

Die optimale Saitenlage kann man an sich selbst nicht nach einigen Minuten Bassspielen feststellen, Pausen sind eine gute Hilfe. Legt man den neu justierten Bass u.U. ein zeitlang in die Ecke, stellt man nach einiger Zeit evtl. fest, das es mit der veränderten Saitenlage nicht recht funktionieren will. Dann wird nochmals überprüft, ob man nicht die Saiten etwas zu hoch oder zu tief eingestellt hat. Dabei gilt: Übung macht den Meister, Feeling entwickeln für die Kraft, die benötigt wird um dem E-Bass Töne zu entlocken - was nützt es, wenn im ersten Moment die Saitenlage als ok erscheint, aber nach einer Stunde die Hände schlappmachen?

 

Als ungefähre Angabe: Ich benutze beim Einstellen der Saitenlage ca. eine halbe Drehung an allen Madenschrauben des Saitenreiters, wobei ich mir beim Ansetzen des Inbusschlüssels einen Fixpunkt an der Bridge merke, damit ich die Änderung evtl. wieder rückgängig machen kann. Habe ich das gemacht, stimme ich den E-Bass und teste, ob die veränderte Saitenlage brauchbar ist oder nicht.

 

Die Bridge

Auf der Bridge gibt es sogenannte Saitenreiter, auch Böckchen genannt. Dies enstpricht im Prinzip einer Führung (siehe Foto), auf der die Saiten aufliegen. Bei alten Bässen konnte die Saitenlage nicht einzeln für jede Saite eingestellt werden (man konnte meist nur die gesamte Bridge mit einer einzelnen Schraube einstellen), aber heutzutage bietet i.d.R. jeder Bass die Möglichkeit, die Saitenlage individuell für jede Saite einzeln einzustellen.

 

Aufbau einer Bass-Bridge inkl. Saitenreiter

 

Jede Saite liegt in bzw. auf einem Saitenreiter und wird auf einer Nut durch die Bridge geführt. Die Saitenreiter können in der Höhe durch kleine Schrauben (sog. Madenschrauben) verändert werden. Mit Hilfe der Fixierschraube im Saitenreiter hat man die Möglichkeit den Saitenreiter innerhalb der Bridge zu fixieren, damit dieser nicht ggf. beim Saitenwechsel aus der Brücke purzelt. Mit einem kleinen Inbus-Schlüssel kann man die gewünschte Saitenlage an den Madenschrauben des Saitenreiters einstellen.

 

 

Übersicht eines Saitenreiters

 

Übersicht eines Saiternreiters für E-Bass

 

 

Die Oktavreinheit

Um eine korrekte Oktavreinheit einzustellen benötigt man ein Stimmgerät und schließt es an den Bass an, da dann keine Störungen das Signal beeinflussen. Um die Oktavreinheit einer Saite einzustellen prüft man, ob die angeschlagene Leersaite, z.B. die G-Saite, der gegriffene Ton G im 12. Bund der Saite und der Oberton auf dem 12. Bundstäbchen die gleiche Tonhöhe haben. Zeigt das Stimmgerät eine Abweichung, bemüht man den Schraubenzieher und justiert den Saitenreiter der Saite (siehe Grafik) in Richtung Kopf des E-Bass oder in die entgegengesetzte Richtung.

 

Bewegung des Saitenreiters Richtung Kopf des E-Bass:

Der Ton wird höher, da die Mensur kürzer wird

 

Bewegung des Saitenreiters Richtung Bridge des E-Bass:

Der Ton wird tiefer, da die Mensur verlängert wird

 

Während man die Oktavreinheit einstellt, bleibt der E-Bass am Stimmgerät angeschlossen. Man kann somit ständig kontrollieren, ob man sich dem Optimalfall annähert. Im Optimalfall hat die angeschlagene Leersaite, der gespielte Ton im 12. Bund und der gespielte Flageolett im 12. Bund die gleiche Tonhöhe. Dabei ist ebenfalls zu beachten, das nach jeder Justierung die einzustellende Saite nochmals zu stimmen ist.

 

Wer sich nicht traut an seinem Instrument Justierungen vorzunehmen: Kein Problem! Der Musikalien-Händler Eures Vertrauens ist gerne bereit Euch dabei zu helfen. In allen mir bekannten Musikläden ist nicht nur das Personal freundlich und hilfsbereit, zudem sind diverse Einstellungen und Korrekturen am Intrument meist für sehr wenig Geld machbar. Außerdem wird Euch gern erklärt, was genau korrigiert wurde, so daß Ihr diverse Einstellungen an Eurem Instrument in Zukunft sicher selbst vornehmen könnt.

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