Hand- und Fingertrainer

"The fingers are plenty strong enough to play bass from the beginning."

 

Mal irgendwo gelesen, den Satz. Und ja, er stimmt! Man braucht also kein Geld für Fingerbodybuilding oder technische Hilfsmittel ausgeben, denn die Beweglichkeit erlernt man spielerisch zusammen mit dem Bass bzw. mit seinem Instrument.

 

Am Anfang tut man sich ggf. noch etwas schwer die Finger auseinanderzubekommen, aber nach einiger Zeit stellen sich nicht nur im spieltechnischen Zusammenhang, sondern auch auch in Bezug auf die eigene Beweglichkeit Erfolge ein. Eine gut erlernte Spieltechnik unterstützt dabei. Ein Problem, was dabei aufteten kann, ist allerdings folgendes: Man spielt evtl. über einen Zeitraum von mehreren Stunden und kommt zwangsläufig an einen Punkt, an dem man zwar noch weiterspielen möchte, aber die Hände nicht mehr mitmachen wollen. Weil's vielleicht wehtut. Weil man eine Pause braucht.

 

Daher sollte man den Händen und Armen eine ausreichende Möglichkeit geben sich auf natürliche Weise zu entspannen. Beim Bass-Spielen geht es in erster Linie darum, dass es nicht wehtut und, dass man sich nicht verkrampft. Wer in so einem Moment noch weiterübt, sich also nicht darum kümmert, belastet seine Hände um ein Vielfaches mehr und riskiert es einer Sehnenscheidenentzündung zu nah zu kommen. Anfänger kennen Ihre Grenzen (noch) nicht und wissen daher auch nicht, über welchen Zeitraum wie weit, bzw. wie stark sie Ihre Hände belasten - also passiert es des öfteren, das diese Grenzen überschritten werden.

 

Verkrampfungen o.ä. und dadurch enstehende, (mehr oder weniger) leichte Schmerzen an den Händen, am Unter- und Oberarm, an der Schulter oder im Rücken sind eine Schutzfunktion des Körpers, sie sagen uns deutlich: "STOP!" - um noch mehr Schmerz zu verhindern. Diese Rückmeldungen sollte man nicht einfach ignorieren.

 

Ein Musiker, der XX Jahre Bass spielt weiss wegen seiner Erfahrung recht gut, was seine Hände an Belastung aushalten und wird ebenfalls genau wissen, wann er lieber eine Pause macht oder nicht. Anfänger sollten versuchen diese Grenzen selbst herauszufinden - zur besseren Vorbereitung deshalb ein paar Vorschläge:

 

Von 0 auf 100 in 4,5 Sekunden

Winter, Samstagnachmittag, 15:00 Uhr. Super! Endlich Probe! Draußen saukalt, im Proberaum auch. Die Band ist (fast) komplett und hat schon angefangen - nur ich bin mal wieder zu spät - Mist! ....ach egal....

Verstärker an, Kabel rein, kurz Stimmen und LOS GEHT's.....?!

 

Sowas kommt einen Sprung ins kalte Wasser gleich und hat mit einer Vorbereitung auf eine Probe nix zu tun - eher was von Last Man Standing.

 

Kalte Hände

Da ich ungern mit kalten Händen im Proberaum anfange, habe ich mir angewöhnt meine Hände mit kaltem Wasser recht lange zu waschen. Damit schlage ich 2 Fliegen mit einer Klappe: 1. fördert das kalte Wasser die Durchblutung der Hände und 2. fasse ich meinen Bass mit sauberen Händen an.

 

Warmspielen / mit oder ohne Band

Einfache Läufe, leichtes Spielen, Tonleitern, Lieblingsbassläufe, Jammen. Da i. d.R. der Rest der Band auch noch nicht auf Betriebstemperatur ist, bietet es sich an das Warmspielen zusammen zu machen. Dies hat für alle nur Vorteile.

 

Wie entstehen Verspannungen?

Es gibt Bewegungsabläufe, die die Sehnenscheiden im Bereich der Hand besonders beanspruchen. Einseitige Belastungen oder Wiederholungen immer der selben Bewegung sind meistens die Ursache für die ziehenden Schmerzen im Bereich der Sehnenverläufe. Dabei handelt es sich nicht um eine bakterielle sondern um eine mechanische Entzündung. Eiweißprodukte können sich bei Überbeanspruchung in der Sehnenscheindeninnenhaut absetzen. Schwillt diese an, wird es so zu sagen eng im Bowdenzug.

 

Das Skelett des Armes besteht aus Hebelsystemen; die Verbindung der Knochen zu den Muskeln wird durch Sehnen hergestellt. Über die Sehnen bewegen die Muskeln die Knochen. Alle Sehnen werden in Sehnenscheiden geführt. Die Sehnen, die die Finger bewegen, sind sehr lang. Werden sie, z. B. durch einen ungünstigen Winkel der Hand zum Unterarm, „umgelenkt“, dann reibt die Sehne ständig an der umgelenkten Stelle - einseitig an der Sehnenscheide -  und führt so zur Sehnenscheidenentzündung.

 

Das sog. RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury-Syndrom) steht für ein Krankheitsbild des Armes und der Hand. Insbesondere sich ständig wiederholende Bewegungen können das RSI-Syndrom verursachen. Es äußert sich in folgenden Beschwerden:

 

  • Schmerzen im Handgelenk, Unterarm, gelegentlich mit Ausstrahlung bis in die Schulter
  • Taubheitsgefühl in den Fingern, Händen oder im Unterarm
  • Kraftlosigkeit und dadurch bedingte Probleme beim Zugreifen
  • besonders morgens kalte und schmerzende Hände
  • Koordinationsprobleme der Hände und Arme
  • Steifigkeit im Handgelenk

Oha! Das muss man erstmal verdauen. Aber genau diese Symptome gilt es zu vermeiden. Schließlich sollen Wörter wie: Bandagen, Kältewickel über Nacht und Injektionstherapien für uns ja weiter Fremdwörter bleiben, oder?

 

Wie löst man Verspannungen in den Händen?

Für den seltenen Fall, das es trotzdem mal zwickt habe ich mir zwei Übungen gemerkt:

 

Übung 1: Die vier Fingerspitzen (ohne Daumen) auf die Tischkante legen. Beide Arme durchstrecken, dabei leichter Druck auf die nach oben gebeugten Hände. Mit dieser Dehnübung kann man am häufigsten auftretende Verspannungen in der Hohlhand begegnen.

 

Übung 2: Hinsetzen, Arme hängen lassen und einige Male hintereinander eine Faust machen, dann Finger kontrolliert und langsam spreizen.

 

Das Optimun ist eine maximale Beweglichkeit bei minimaler Belastung.

Bass-News:

05.12.2015 - CMS lädt ein zur Weihnachtsfeier!

Von 11:00 - 17:00 Uhr vereinen sich musikalische Welten - Lars Lehmann & Ralf Gauck – zwei Bassisten, die nicht unterschiedlicher sein könnten!



37. Jazzfestival Neuwied am 7. und 8. November 2014!

Mit Stanley Clarke und Billy Cobham haben sich hochkarätige Musiker angesagt!



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