Geschichte des E-Bass

Als Erfinder des E-Basses gilt Leo Fender (* 10. August 1909 in Anaheim, Kalifornien, USA; † 21. März 1991 in Fullerton, Kalifornien, USA). Leo Fender hat mit seiner Idee ein völlig neues Musikinstrument geschaffen, das auch heute noch als Standard gilt (Precision und Jazz-Bass). Der erste E-Bass bzw. die erste Bassgitarre, welche in Serienproduktion hergestellt wurde, war der Fender Precision Bass.

 

 Fender Standard Precision Bass  Fender Precision Bass 1964  Fender Standard Jazz Bass  Fender Jazz Bass 1972

Fender Standard

Precision Bass

Fender Precision Bass

1964 mit Cover

Fender Standard

Jazz Bass

Fender Jazz Bass

1972

 

Der Fender Precision Bass

Der Precision Bass von Fender ist ein E-Bass. Er ist einer der ersten Solidbody-Bässe, der je gebaut wurde. Leo Fender hatte 1951 die Idee, einen Bass zu produzieren, der nicht nur einfacher als ein Kontrabass zu transportieren sein sollte, sondern auch einfacher zu spielen. Der Name Precision wurde gewählt, weil der Bass wie eine Gitarre mit Bundstäbchen ausgestattet ist und es somit erstmalig möglich war, bei einem E-Bass die gewünschte Tonhöhe genau (precision = präzise) zu treffen, im Gegensatz zum bis dahin ausschließlich verwendeten Kontrabass ohne Bundstäbchen.

Der Precision Bass hat 20 Bünde.

 

Der Fender Jazz Bass

Erstmals vorgestellt wurde der Jazz Bass 1960 und sollte damals eine Alternative zum schon fast zehn Jahre alten Fender Precision Bass darstellen. Von diesem unterschied sich der Jazz Bass vor allem in der elektronischen Ausstattung, einem schlankeren Hals und der markanten asymmetrischen Korpusform.

War der Precision Bass noch mit einem einzelnen sog. Splitcoil (Tonabnehmer mit zwei getrennten Spulen, die als Humbucker geschaltet sind) ausgestattet (und dadurch doch etwas eingeschränkt in der tonalen Bandbreite), hatte der Jazz Bass nun zwei Singlecoils (einspulige Tonabnehmer), die unabhängig in ihrer Lautstärke geregelt werden konnten. Dieses brachte dem Jazz Bass eine gewaltige Variabilität ein, die fast allen musikalischen Stilrichtungen gerecht werden konnte.

Durch diese Allrounder-Eigenschaften und seine leichte Bespielbarkeit lief der Jazz Bass dem Precision Bass bald den Rang als Bass Nr.1 ab. Bis heute sind unzählige, auf dem Jazz Bass basierende Designs auf den Markt gekommen, teils als billigste Kopien, teils als Modernisierungen aus dem eigenen Hause. Einige Modelle sind mit aktiver Elektronik und teils als teure bis teuerste Edelmodelle unabhängiger Manufakturen mit erlesenen Hölzern und ausgewählter Elektronik erhältlich.

Der Jazz-Bass kann heute als der verbreitetste E-Bass überhaupt angesehen werden.

 

 

Entwicklungen abseits des Standards

Da die Entwicklung allerdings nicht stehenblieb, gibt es heute unzählige Arten von Bassgitarren.

Es gibt zwei wesentliche Trends, die sich herauskristallisiert haben. Einerseits gibt es E-Bässe, die klar auf Tradition ausgerichtet sind (all die Precision- und Jazzbasskopien), andererseits gibt es Instrumente, die neue Sounds durch neue Technologien ermöglichen. Auch gibt es heute nicht mehr nur Viersaitige E-Bässe, sondern auch Fünf- und Sechssaitige, wie auch 12saitige und noch viele mehr. Seid einiger Zeit ist auch ein Trend zu Akustikbässen auszumachen, der erst während der letzten Jahre entstanden ist. Grundsätzlich besteht jeder E-Bass aus einem Korpus und einem Hals.

 

Konstruktion

Je nach Konstruktion sind diese beiden Teile verschraubt, verleimt oder aus einem Stück (durchgehend) gefertigt. Das am meisten verwendete Material ist Holz. Hier bedient man sich unterschiedlichster Kombinationen. Die üblichsten Hölzer für den Korpus sind wohl Ahorn, Esche oder Erle. Der Hals besteht sehr oft aus Ahorn (verschiedenste Arten). Natürlich wurden immer wieder Versuche mit anderen Materialien gemacht, zum Beispiel mit Plexiglas, Aluminium oder Graphit. Letzteres hat sich in dieser Sparte wohl durchgesetzt. Graphit wird vor allem als Halsmaterial eingesetzt. Ein so hergestellter Hals kann sich praktisch nicht verziehen.

 

Es gibt aber auch Bässe, die vollkommen aus Graphit bestehen. Diese Instrumente haben einen neutralen, ausgewogenen Klang, weil Graphit praktisch keine Resonanzen aufweist. Der Klang von Graphit-Bässen war manchen Leuten allerdings zu steril, deshalb flaute dieser Boom in den 80er-Jahren ab.

 

Tonabnahme

Jeder E-Bass benötigt Tonabnehmer, um überhaupt einen Klang produzieren zu können. Es gibt verschiedenste Arten von Tonabnehmern.  Die Tonerzeugung basiert i.d.R. auf Umwandlung von Schwingung eines metallenen Materials in einem Magnetfeld in elektrische Schwingung. Hier gibt es auch mehrere Möglichkeiten von Tonabnehmern: Single-Coils, Humbucker, Double-Coils. Es gibt aber auch Tonabnehmer, die Saitenschwingungen über Vibration in ein elektrisches Signal umsetzten, nämlich die Piezo-Tonabnehmer. Diese Tonabnehmer werden u.a. in Akustik-Bässen benutzt.

 

Saiten

Nicht zu vergessen sind die Saiten eines E-Bass. Diese machen einen wichtigen Teil des heutigen Bass-Sounds aus. Nur durch ausgefeiltere Techniken beim Herstellungsprozess sind genau die brillanten Sounds möglich, die eben heute auch angesagt sind.

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