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Der Saitenwechsel an einem E-Bass ist nicht schwierig. Mit etwas handwerklichem Geschick, ein paar Grundlagen und etwas Werkzeug sind kleine Arbeiten am E-Bass kein Problem. Woran erkennt man das neue Saiten nötig sind? Klar, in erster Linie am Klang. Klingen die vielleicht 1-2 Monate benutzen Saiten irgendwie tot oder leer, ist dies das erste Anzeichen sie in den Saitenhimmel zu befördern.
Schaut man sich die benutzen Saiten genauer an, lässt sich aber auch recht schnell erkennen, ob sie aufgrund starkem Verschleiß bzw. Verschmutzung verbraucht sind. Zusätzlich dazu entscheidet auch das eigene Spielgefühl. |
Da man die Saiten ja kennt und weiß, welchen Output die Saiten i.d.R liefern (Höhen, Brillianzen) und wie sie sich anfühlen, kann ein Saitenwechsel auch dann nötig sein, wenn man das gewohnte Feedback an den Fingern nicht mehr spürt. An meinem 5-Saiter sind mal wieder neue Saiten nötig, testweise sind das 130'er GHS Bass Boomers.
Los geht's!
Ein Saitenwechsel am E-Bass kann nötig sein, wenn:
- der Klang der Saiten nicht mehr gegeben ist.
- die Saiten starke Abnutzung aufweisen. (Handschweiß, Hautreste)
- das Spielgefühl nicht mehr zufriedenstellend ist.

Abgenutzte Saiten auf einem E-Bass
Auf diesem Foto sind ganz gut die Verschmutzungen der Saiten zu erkennen. Außerdem klingen die Saiten in diesem Fall nicht mehr, also wird es Zeit für neue.

Welches Werkzeug wird gebraucht ?
- eine Kneifzange für Stahl um die alten Saiten zu cutten
- ein Stimmgerät für die neuen Saiten, bei Bedarf mit oder ohne Klinkenkabel
- ein Inbus-Schlüssel-Set
- ein paar Tücher (meist Microfaser-Tücher) um diverse Reste der alten Saiten zu entfernen
- die neuen Saiten
Entfernen der alten Saiten
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Als erstes wie man's nicht machen sollte: Mit der Kneifzange werden die Saiten einfach "abgeknippst", womöglich mit zuviel unnötiger Kraft, womöglich mit dadurch bedingten Macken im Griffbrett, die von der Zange kommen können. So nicht. :-( |
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Bevor die alten Saiten entfernt werden, werden sie enstpannt, gelockert.... |
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...bis sie locker durch die Gegend hängen. Das hat den Vorteil, das der Hals (im Gegensatz zur "Knipsermethode") langsam entspannt wird. Wer sich jetzt den Hals des Bass anschaut wird u.U. feststellen, das dieser nicht mehr so grade ist wie mit Saiten. Das ist aber normal und bei Gitarren noch viel "extremer" als beim Bass. Denn im spielfähigen Zustand herrscht zwischen Hals und Saiten ein Kräftegleichgewicht. Fällt der Saitenzug weg, dann entspannt sich der Hals und biegt sich in die Ausgangslage zurück. Je nach Halskonstruktion (Holz, Dicke, Profil, Spannstabverhältnisse usw.) sieht das mehr oder weniger "bedrohlich" aus, ist aber tatsächlich die entspanntere Situation für den Hals...also keine Sorge! |
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Mit welcher Saite man beim runternehmen anfängt ist (da wir den Hals ja schon entspannt haben) egal. Die Saitenreste der Wicklungen werden vom Flügel entfernt, dies sollte (auch wegen Enstpannung) deshalb kein Problem sein... unnötiges rumruckeln an den Flügeln kann man deshalb ebenfalls vergessen. |
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Die alten Saitenreste werden von der Saite gecuttet denn... |
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...dann gibt's auch kein Problem die alte Saite durch die Bridge zu entfernen...Guter Trick, ne? :) |
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Eine andere Alternative wäre die entspannte Saite am Kopf festzuhalten und dann am Flügel zu cutten, |
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...die Saitenreste kann man auch so ohne Probleme entfernen. |
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Jetzt ist eine gute Gelegenheit den Bass zu reinigen. Ich mache das natürlich nicht mit zwei Taschentüchern, ich benutze sie um die... |
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...restlichen "Überbleibsel" der alten Saiten am Kopf und grobe Verschmutzungen wegzuwischen. Das auch an der Bridge. |
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Jetzt zu dem kleinen, schwarzen Teil in der Mitte des Kopfes, dem Saitenhalter (Ich nenn' das Teil so). Bei vielen 5-Saitern oder 6-Saitern angeschraubt sorgt er dafür, das die Saiten, wenn sie auf dem Sattel aufliegen, runtergedrückt bleiben. Dieser lockert sich ganz gern. Also... |
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...wird der festgeschraubt. Nicht bombenfest, einfach festschrauben. |
Neue Saiten auf einen E-Bass aufziehen
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So, der Bass ist nackt, sauber und wartet auf neue Saiten. Die Saiten auspacken, meist liegt in der Verpackung die dünnste Saite obenauf, an der Reihenfolge ändere ich nichts, die übernehme ich einfach. |
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Die neue G-Saite wird durch die Bridge gezogen, ohne sie zu knicken oder unnötig zu biegen. |
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Ist die Saite richtig eingezogen (steht an der Bridge nichts mehr über) gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wickelt man die komplette Saite um den Flügel, oder man cuttet sie bei ~10-12 cm hinter dem für die Saite zuständigen Flügel. Kann man nach Lust und Laune machen. |
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Die neue Saite wird in den Flügel eingeführt.... |
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...richtig umgeknickt (nur hier darf man eine Saite knicken!) ... |
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...und in der korrekten Richtung um den Flügel gewickelt. Dabei fängt man oben an, wir machen uns die Wicklungen selbst zunutze, denn... |
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...die Wicklungen am Flügel sorgen dafür das sich die Saite selbst in die "richtige" Position spannt. Die Saite wird auf den Sattel gelegt und gerademal so fest angezogen, das sie aus diesem nicht mehr rausrutschen kann. Am Ende dieses Kapitels ist zu sehen, was mit einem Sattel passieren kann, wenn die Saiten an den Mechaniken falsch gewickelt werden. |
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Die zweite Saite (D-Saite) aus der Packung holen und das Spielchen beginnt von vorne....optimal gewickelt sieht eine neue Saite... |
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...so aus. Die Wicklungen verlaufen von oben nach unten, beim Stimmen ziehen sie sich dadurch in die richtige "Position" und der Saitenhalter lebt länger. :) In diesem Fall die A-Saite. |
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Die E-Saite ist dran, auch diese wird wieder ~10-12 cm hinter dem Flügel gecuttet. Langsam merkt man das man beim Wickeln mehr Kraft braucht. Dies ist normal, da die Saiten ja immer dicker werden. |
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Zum Schluss die dicke H-Saite. Hier sollte man schon (wie auf dem Foto) cutten, da sie ein widerspenstiges Biest ist und nicht gern gewickelt wird. :) |
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So, die neuen Saiten sind drauf. Der Hals ist entspannt, die Saiten sind es auch (nur leicht angezogen). Fast Fertig. :) |
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Bleibt noch den Bass zu stimmen. Ich spiele meistens die Standard-Stimmung (H-E-A-D-G) und benutze beim Saitenaufziehen nicht die "Flageolett-Technik" um den E-Bass zu stimmen. Der Bass ist nicht nach nur einem mal gestimmt, nach dem ersten Stimmen den Bass für ein paar Minuten in den Ständer stellen. Der Hals muss sich erst wieder an die auf ihn wirkende Kraft gewöhnen, also... |
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...wird der Bass nach ein paar Minuten nochmals gestimmt. Je nach Stimmstabilität des Bass muss man das sogar ein paarmal machen. Fertig! Der Inbus-Schlüssel ist u.U. nötig um die Saitenlage einzelner Saiten zu korrigieren, dies ist der Fall wenn man andere Stärken benutzt bzw. Saiten anderer Hersteller aufzieht als vorher auf dem Bass drauf waren. Es kann sein das die neuen, anderen Saiten tiefer oder höher auf dem Bass liegen, diese "Saitenlagenkorrektur" ist dann nötig, allerdings meist nur minimal. Auch kommt es auf das eigene Spielgefühl an. Verändert man die Saitenlage ist natürlich auch wieder stimmen angesagt. |
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Fertig! Bass einpacken und los geht's... |
Fehler beim Saiten aufziehen - Was kann passieren?
Beim Wicklen der Saiten an den Mechaniken unbedingt darauf achten, das die Saiten in der korrekten Richtung gewickelt werden. Macht man das nicht, wird der Sattel zu stark beansprucht und das kann fatale Folgen haben - im schlimmsten Fall geht er sogar kaputt.
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Linkes Bild: Alle Saiten sind an den Mechaniken gegen den Uhrzeigersinn (linksrum) gewickelt, obwohl mit dem Uhrzeigersinn (rechtsrum) richtig ist. Der Sattel führt die Saiten, er ist nicht dafür geeignet die ernomen Seitenkräfte, die in diesem Fall zwangsläufig durch das Umlegen bzw. Abknicken der Saiten am Sattel entstehen, auszuhalten.
Rechtes Bild: Was passiert? Der Sattel gibt nach, verschiebt sich deshalb in seiner Nut und kann sogar brechen. Da es sich in diesem Fall um einen Plastiksattel handelt, würde dieser höchtwahrscheinlich brechen wenn man die noch fehlende E-Saite auch falsch aufzieht, da ja noch mehr (unnötige) Kilos auf den Sattel einwirken würden. |
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Stimmen während des Aufziehens
Ein Irrglaube ist es die Saiten direkt beim Aufziehen zu stimmen, denn das klappt nie. Entweder klappt es nicht, weil noch nicht alle Saiten aufgezogen sind (der Hals arbeitet noch durch die Kraft die auf ihn wirkt, denn durch das Hinzufügen jeder neuen Saite wird diese Kraft ja verändert bzw. größer) oder weil schon alle Saiten aufgezogen sind und der Hals immernoch etwas arbeitet. Durch das Hinzufügen einer weiteren, neuen Saite ändert man die Kraft auf den Hals, was zwangläufig ein Verstimmen der schon aufgezogenen, gestimmten Saiten zur Folge hat.
'Nach-Gehör-Stimmen' während des Aufziehens und damit verbundenes 'zu-hoch-Stimmen'
Klassische Falle. Die neuen Saiten sind auf dem Bass drauf, der Bass ist noch nicht gestimmt und es werden die eigenen "Gehör-Skills" benutzt um eine Annäherung an die Standardstimmung zu erreichen. Wer dabei nicht aufpasst, "stimmt" sich damit den Bass zu hoch und das Stimmgerät besorgt den Rest. Dies ist der Hauptgrund für das "versehentlich-Bass-eine-Oktave-höher-gestimmt". Also nich' machen....



























