Wer das erste mal einen Bass in den Händen hält und versucht loszuspielen, wird schnell merken, das beide Hände irgendwie das gleiche machen wollen. Eine Hand am Hals des Bass, die andere irgendwo in der Nähe der Pickups über den Saiten... doch irgendwie kommen die Finger bzw. Hände durcheinander. Das ist normal, da eine gute Linke/Rechte-Hand-Koordination noch nicht vorhanden ist. Um überhaupt anzufangen sollte man sich folgendes klarmachen: Beide Hände sollten möglichst unabhängig voneinander gut koordinierbar sein. Dies läuft im Kopf ab und ist Konzentrationssache. Am Anfang tut man sich damit noch etwas schwer, aber das bessert sich recht schnell bei regelmässigem Üben.
Beispiel:
Mit der rechten Hand auf einem Zettel ein paar brasilianische Liebesgedichte schreiben, dabei gleichzeitig mit der linken langsam eine Tasse Kaffee einschenken ohne zu kleckern. Klingt einfach, kann aber durchaus witzig werden. :) Die Feinmotorik der Hände unter Kontrolle zu bekommen, diese immer weiter zu verfeinern (und das unabhängig voneinander), ist zu Beginn nicht einfach, aber trotzdem Grundlage an dem keiner vorbeikommt. Ich gehe hier von einem Rechtshänder aus.
Rechte Hand
Das, was auf dem Foto zu sehen ist wird Pizzicato-Technik oder auch als Zwei-Finger-Technik bezeichnet, aber auch die Drei-Finger-Technik ist möglich. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, bleiben beide Finger während des Anschlags nahezu gerade. Der Ringfinger und auch der kleine Finger werden eingerollt. Dadurch bekommt man genug Kraft auf die Saite um den Wechselschlag mit Zeiger- und Mittelfinger konsequent durchzuziehen. Der rechte Unterarm liegt auf dem Korpus, entweder frei, oder wir benutzen den rechten Daumen auf dem Neck-Pickup als Stütze. Bezeichnet man den Zeigefinger mit 1, und dem Mittelfinger mit 2, so ergibt sich: 1,2,1,2,1,2,1,2 ... Diese Technik ist am häufigsten verbreitet.
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| Der Wechselschlag |
Es gibt auch Bassisten, die Zeige-, Mittel-, und Ringfinger benutzen (3-Finger-Spieltechnik), diese ist schwieriger als die 2-Finger-Technik. Am Anfang ist es etwas knifflig die 2-Finger-Spieltechnik zu lernen. Wichtig ist immer: LANGSAM ANFANGEN!
Sound? Klang? Bei dieser Variante kommt der Sound aus euren Fingern. Das wie die Saite von den Fingern gespielt wird (zusätzlich zu den Einstellungen am Bass und am Combo) macht Euren eigenen, ganz persönlichen Sound aus.
Link Hand - Platzierung der Finger - der Gitarrenfingersatz
Fingersatz? Kaffeesatz? Keine Angst, auch wenn ich Euch an dieser Stelle (noch) ein Fremdwort um die Ohren haue. Das ist recht schnell erklärt. Die Definition eines Fingersatzes in der Musik beschreibt folgendes:
Ein Fingersatz ist die Anweisung zum zweckmäßigen Einsatz der Finger beim Spielen von Musikinstrumenten.
Aha, so die Definition, netter Spruch. Sagt nichts anderes aus, als das die Finger sinnvoll (zweckmässig) am Instrument platziert werden, damit eine ergonomisch aktzeptable Handhabung desselben möglich ist. Klar, so effektiv und sinnvoll wie möglich, oder?
Der Gitarrenfingersatz
Lagenspiel ist die bei mir gängige Bezeichnung, One-Finger-per-fret-Methode wird ebenfalls verwendet, man sagt auch Gitarrenfingersatz. Dies bedeutet eine feste Zuordnung von Finger zu Bund.
1. Bund = 1. Lage = Zeigefinger
2. Bund = Mittelfinger
3. Bund = Ringfinger
4. Bund = kleiner Finger
Spricht man von der 12. Lage, bedient der Zeigefinger den 12. Bund, der Mittelfinger den 13., der Ringfinger den 14., und der kl. Finger den 15. Bund.
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| Position der Finger | Platzierung des Daumens |
Aller Anfang ist nicht leicht
Am Anfang ist es durchaus kniffelig, sich an diese Vorgaben zu halten. Nicht selten erwischt man sich dabei, den Zeige- oder Mittelfinger für zwei oder mehr nebeneinanderliegende Bünde zu benutzen. Das mag zwar u.U. ganz nett sein, weil man subjektiv den Eindruck bekommt, wie ein Streifenhörnchen auf LSD über's Griffbrett zu flitzen, und somit schneller Töne zu greifen. Dies ist aber ein Trugschluß und somit keine gute Basis für eine gut trainierte linke Hand. Das Lagenspiel ist die Grundlage auf der andere Spieltechniken aufbauen. Um das zu trainieren habe ich diverse Fingerübungen in einem extra Kapitel verfasst - beim Üben ist es von Vorteil, darauf zu achten nicht von den Vorgaben abzuweichen. Ist das zur Routine geworden und hat sich die linke Hand daran gewöhnt, wird schnell auffallen, das man mit dem Erlernen weiterer Spieltechniken einfacher zurechtkommt.
Wohin mit dem Daumen?
Der Daumen liegt ungefähr in der Mitte des Halses, vielleicht ein bißchen tiefer. Er dient lediglich als Führung der linken Hand - dadurch ergibt sich Stabilität, Sicherheit und ausreichend Spielraum für die Finger. Zupacken wie ein Holzfäller zieht eine erhebliche Kraftverschwendung mit sich und ist deshalb fehl am Platz.
Um eventuellen Fehlern vorzubeugen, bzw. diese sich erst gar nicht anzugewöhnen, sollte man vermeiden:
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Dieser Griff mit der linken Hand bringt gar nichts. Nicht nur das die Finger nicht genug (Luft)raum haben um die Saite richtig zu treffen, man blockiert (dämpft) sich selbst. Das sogar auf allen Saiten. | |
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Gleich zwei Fehler. Wer genau hinschaut erkennt das seltsame Aufsetzen des Ringfingers auf der Saite. Das Gelenk (kurz unterm dem Nagel) ist abgeknickt, bzw. wurde durchgedrückt. Aua! Außerdem liegen hier zwei Finger auf nur einem Bund. | |
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Die H, bzw. E-Saite des Basses wird in dieser Variation nicht wie üblich von vorne, (mit z.B. dem Mittelfinger) gespielt sondern mit dem Daumen von hinten. Blockiert wird hier zusätzlich. |
Wo Töne greifen ? - Platzierung der Finger
Na klar, die Bundstäbchen auf dem Griffbrett sind ja (meist) vorhanden, also liegt zwischen 2 Bundstäbchen der Ton. Innerhalb eines Bundes gibt's aber recht viel Platz um den gewünschten Ton zu greifen. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten sich das Greifen der Töne etwas einfacher und damit genauer, präziser zu machen. Beispiel: 7. und 9. Bund. Auf den Fotos geht es um die Position der/des Finger(s) innerhalb eines Bundes, nicht darum wie man die Töne greift.

Legt man z.B. den Zeigefinger an der dargestellten Stelle auf die Saite, greift man zwar auch den Ton, braucht aber mehr Kraft um die Saite auch auf's Bundstäbchen zu bekommen. So gegriffen entsteht oft ein leichtes Schnarren oder Sirren, da die Saite zwar aufliegt aber dies nicht genug, da die Saite ja schwingen soll. Eigentlich Kraftverschwendung.

Wieder im 7.Bund. Sieht schon besser aus. Platziert man an dieser Stelle den/die Finger braucht man schon weniger Kraft, allerdings ist besagtes Schnarren der Saite immernoch möglich, vor allem bei schnellerem Spiel bzw. beim schnelleren greifen/wechseln der Töne.

Jetzt mal den 9.Bund. So platziert reduziert sich beides: Schnarren ist fast gar nicht mehr möglich, bzw. vorhanden und die benötigte Kraft um die Saite auf's Griffbrett zu bekommen ist am geringsten. Der Ton wird kurz vor Ende des Bundes bzw. kurz vorm nächsten Bundstäbchen gegriffen. Nicht auf dem Bundstäbchen des nächsten Tons. Besonders in den ersten Lagen ist das sehr hilfreich. Dies sollte man sich angewöhnen und üben bis es zum Automatismus wird, da es zur Spiel- bzw. Greifsicherheit eine Menge beiträgt. Mit den Fingerübungen kann man das sehr gut für alle Finger üben. Keine Staus, keine Hektik, kein Schnarren, keine Kraftverschwendung, kein anderes Bier.
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Hinweis Generell sollte man darauf achten, was die Finger an Dehnungen und Streckungen aushalten.
Durch unbeabsichtigtes Überstrecken der linken Hand fügt man sich schnell Schmerzen zu. Wer das übertreibt kommt einer Sehnenscheidenentzündung zu nahe und das gilt es zu vermeiden. |
Spielen mit dem Plektrum
Beim Spiel mit dem Plektrum unterscheidet man zwischen upstroke und downstroke. Der downstroke beschreibt den Weg des Plektrums von oben nach unten, der upstroke von unten nach oben.
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| Downstroke mit Plektrum | Upstroke mit Plektrum |
Spielt man mit Plektrum, kommt der Sound aus der Saite und der Art und Weise, wie Ihr mit dem Plektrum die Saite anschlagt. Mit den Finger(kuppen) hat man keinen Einfluss auf den Sound, denn das Plastik übernimmt diesen Part für uns. Vorteil: Keine Blasenbildung an der rechten Hand.
Slapping & Popping
Bassisten wie Stanley Clarke, Mark King und Les Claypool (um nur einige zu nennen) haben in den letzten 20-30 Jahren mit dieser Spieltechnik auf sich aufmerksam gemacht. Ursprünglich war Slapping & Popping eine Variation im Bass-Spiel, mit den Jahren entwickelte sich diese immer weiter, so das es Bassisten gibt die diese Technik fast zu 100% in ihrem Bass-Spiel benutzen. Der Pionier war Larry Graham ab Ende der 60er Jahre, damals bei Sly & The Family Stone, dann bei Graham Central Station. Er empfand Slap bzw. Pop als Analogie zur Bassdrum und Snare.
Beim Slap kommt es auf Präzision, Kondition und das Treffen der Saiten an der richtigen Stelle an. Die richtige Koordination der Bewegungsabläufe sollte zu Beginn sehr langsam geübt und verinnerlicht werden, damit man lernt eine Dosierung zu finden um den richtigen Level an Kraft auf die Saite zu bringen. Die Saite sollte nicht zu stark geslapt werden und auch nicht zu schwach. Die Kraft, die von eurem rechten Daumen aufgebracht werden muss, um dem Bass ein brauchbares Signal zu entlocken ist übrigens von Bass zu Bass unterschiedlich. Am Anfang gibt's ein paar Grundregeln die man beachten sollte, damit man auch ein brauchbares (hörbares) Ergebnis bekommt.
Slapping ist eigentlich ähnlich wie Schlagzeug spielen auf dem Bass. It's like drumming, you know?
Läßt man die Melodie, bzw. die aneinandergereihten Töne beim Slap jetzt mal kurz nur Nebensache werden, ist slapping der ryhtmische, perkussive Anschlag der Saiten, welche hauptsächlich eine gute Linke-Rechte-Handkoordination benötigt. Genau wie ein Drummer in einem festgelegten Takt (nämlich "in time") auf bestimme Trommeln schlägt, schlagen wir Bassisten auf unsere Saiten und erzeugen damit genau die Bass-(Slapping)Lines die wohl jeder schon mal gehört hat.
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Phase 1 beim Slap Anlauf nehmen
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Phase 2 Der Daumen schlägt auf die Saite |
Phase 3 Popping der G-Saite mit dem Zeigefinger |
Dieser Bewegungsablauf ist knifflig. Am besten unterteilt man ihn in drei Phasen und übt jede für sich. Wichtig ist auch hier das langsam begonnen wird.
Phase 1: Anlauf nehmen. Hierbei kommt es auf den rechten Unterarm an, denn dieser wird (in Abhängigkeit von seiner Länge) so auf dem Korpus plaziert, das der Daumen der rechten Hand die Saite optimal treffen kann....was uns direkt zu Phase 2 bringt:
Phase 2: Der Daumen schlägt auf die Saite und verlässt diese möglichst schnell wieder....der Daumen federt zusammen mit der Saite wieder nach oben. Da es ja knallen soll, ist der beste Punkt wo man die Saite trifft am Ende des Griffbrett's, entweder auf oder kurz hinter dem letzten Bundstäbchen. Auf jeden Fall auf dem Griffbrett des Bass. Nicht die Saite z.B. über dem Pickup anschlagen, denn dann kommt ja nicht viel vom Griffbrett... Wichtig ist hierbei das man genau hinhört und sich selbst überprüft ob das, was aus dem Combo kommt auch hörbar ist.
Der Anschlag (die Kraft) kommt sowohl aus einer leichten Drehnung des Handgelenks als auch aus der Auf- und Abwärtsbewegung des ganzen Unterarms. Das erfordert Übung (Kondition) und ist bei jedem Bassisten mehr oder weniger sichtbar. Der eine slappt nur aus der Bewegung des Handgelenks (was meiner Meinung nach nach 5 Minuten 16tel ganz schön viel Kraft braucht), der andere macht es so wie ich es beschrieben habe. Dies ist Ansichtssache.
Für den Einstieg sollte man die E-Saite nur 1x anzuschlagen und genau hören, ob der geslappte Ton auch klingt. Try & Error, Anschlagen, Hören, Anschlagen, Hören, Anschlagen, Hören....und irgendwann macht es *klick* und man hat's verstanden. Easy going, der Bewegungsablauf setzt sich durch langsames Üben fest und wird nach einiger Zeit des Übens automatisiert.
Phase 3: Das Anreissen der Saite mit dem Zeige-, oder dem Mittelfinger bezeichnet man als Popping.
Die Saite wird mit Hilfe des Zeige- oder Mittelfingers leicht und ohne unnötige Kraft in die Höhe gezogen (ich schreibe bewusst gezogen, um das Wort reissen zu vermeiden). Läßt man nun die sehr leicht gezogene Saite wieder auf's Griffbrett knallen, entsteht der typische Popp-Sound.
Dead-Notes
Dead-Notes sind abgedämpfte Töne. Das Abdämpfen der Saiten geschieht (je nach belieben) mit der rechten oder mit der linken Hand. Dead-Notes tragen einen wesentlichen Teil dazu bei eine Bass-Line attraktiver und perkussiver zu machen. Man greift zwar in einem Bund die Saite, dämpft diese aber ab, besser: verhindert das Schwingen der Saite. Dadurch ertönt ein dumpfes, abgedämpftes Geräusch. Eingesetzt innerhalb einer Slap-Line sind Dead-Notes erste Wahl z.B. bei Oktaven.
Jede Spieltechnik benötigt konzentriertes Üben und Selbstkontrolle, eine gute Möglichkeit ist Self-Recording während des Übens. Am Anfang könnte es frustrierend sein, wenn man sich nach einigen Wochen Übungszeit noch nicht sicher fühlt. Eine ordentliche Portion Geduld und Interesse ist von Vorteil. Nicht aufgeben, wenn es mal nicht so läuft wie man will; Pausen machen und das Thema einiger Zeit nochmals angehen.
Bleibt zu erwähnen, das alle hier beschriebenen Spiel- und Anschlagtechniken in ihrer Spielweise von Bassist zu Bassist unterschiedlich ausgeprägt sind. Jeder Bassist entwickelt mit der Zeit seinen eigenen Stil und baut darauf auf.
Kleine Übungsanregung gefällig?
Stuart Zender - Jamiroquai live - Mr. Moon, Phoenix 1997











